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Warum funktioniert Webseiten-Monetarisierung per Cookies nur noch so unbefriedigend?

Als »Affiliate Webmaster« konnte man um die 2000-der Jahrtausendwende sehr schnell, gutes Geld verdienen. Man brauchte lediglich ein Thema, dass einen persönlich interessierte; eine Webseite; etwas fachliches Knowhow und viel “Herzblut” für sein Projekt. Man baute Banner und Werbelinks der Onlineshops in seine Seiten ein und erwirtschaftete lukrative Gewinne.

Es folgten sogenannte Affiliate-Netzwerke, die das Tracking, die Abrechnung und auch die Vermittlung von Shopbetreibern und Affiliates übernahm. Steinreich sind wohl nur wenige Webmaster geworden, aber es reichte vielen Affiliates als passives Nebeneinkommen oder um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Damit ist es, zwanzig Jahre später, vorbei. AdBlocker, Cookie-Killer, DSGVO-Datenschutzverordnung, SSL-Verschlüsselung und zu guter Letzt auch Google machen Werbetreibenden das Leben schwer. Die Arbeit und die Kosten werden nicht mehr fair entlohnt. Viele Webseitenbetreiber schoben die Situation auf die »wirtschaftlich schlechte Lage Deutschlands«, ergaben sich dem Schicksal und führten ihre (teilweise tollen) Projekte leider nicht weiter fort.

Warum die Umsätze der Werbetreibende weggebrochen sind und welche Alternativen sie haben, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Was ist Affiliate-Marketing?

Zunächst erklären wir kurz, was Affiliate-Marketing überhaupt ist.

Vor vielen Jahren hatte sich das Affiliate-Werbemodell zwischen Händlern (Advertiser genannt) und Betreibern von Blogs, Foren und kleinen Webseiten (Publisher genannt) durchgesetzt. Gewissermaßen kann man sich dieses Modell als Sponsoring vorstellen.

  • Meistens sind »Publisher« wahre Spezialisten in einer bestimmten Marktnische. Sie interessieren sich sehr für einen Marktbereich und kümmern sich aus eigenem Engagement um den Aufbau von Communitys. Sie beantworten Kundenfragen und sind meistens auch im Social-Media-Bereich gut vernetzt.
  • Diese Benutzergruppen sind für »Advertiser« extrem interessant. Er kann die begehrten Produkte vertreiben und sucht Kunden. Er bietet dem Publisher Werbebanner und Textlinks (Ads) an, die er in seine Webseite einbinden kann.
  • Der Publisher wird für den gelieferten Kundenstrom (Traffic) finanziell »per Click«, »per Verkauf«  oder »per Lead« (Kundenanmeldung) entlohnt.

Diese Affiliate-Systeme kann der Advertiser selbst über ein Shop-Plugin anbieten oder sie werden zentral von Affiliate-Netzwerken gesteuert. Sehr bekannte Netzwerke sind Adcell, Superclix, Awin (ehemals Zanox / Affilinet), Belboon, Tradetracker, Tradedoubler.

In der deutschen Sprache wird anstatt “Affiliate Marketing” auch gerne der Begriff “Partnerprogramm” verwendet.

Seit Jahren sinken die Umsätze der Affiliates spürbar

Viele Webseitenbetreiber, die ihre Arbeit über Affiliate-Einnahmen monetarisieren, wundern sich seit Jahren, dass ihre Umsätze in den letzten Jahren trotz steigenden Besucherzahlen gesunken sind.

Die Gründe sind:

  • Einführung der Third-Cookie-Blockierung seit Firefox 13
  • Firefox blockiert ab Version 70 standardmäßig Cookies von Drittanbietern seit 2019 (Mozilla)
  • Auch Apple blockiert seit dem Jahr 2020 seit Safari-Browser Version 13, alle Drittanbieter-Cookies (Heise)
  • Immer mehr User nutzen Browser-Plugins wie z.B. AdblockPlus, uBlock, Adblock, uBlock Origin, Adguard, Brave, Adremover, Adblock Genesis, Super Adblocker, Ultrablock, Ad Aware, Ghostery, Privacy Badger, Disconnect (PCwelt)
  • iFrames werden seit HTML5 nicht mehr unterstützt
  • Die von Google geforderte SSL-Verschlüsselung bereitete vielen Tracking-Systemen Probleme.
  • Seit 2020 fordert der Gesetzgeber nach Urteil des Budesgerichtshofes, dass der Seitenbesucher der Cookie-Setzung aktiv zustimmen muss.

Neue Wege in der Werbeflächenvermarktung

Der jahrelange Erfolg des Affiliate-Marketings mittels “Cookies” neigt sich dem Ende zu. Es müssen neue Wege zur Webseiten-Monetarisierung gefunden werden. Denn kaufwillige Interessenten und kompetente Publisher sowie professionelle Onlineshops sind ja nach wie vor da! Es fehlt ein zeitgemäßes Bindeglied zwischen beiden Partnern.

Um rechtliche und technische Probleme zu umgehen, kommen Werbetreibende nicht umhin, auf Cookies zu verzichten. Beide Geschäftspartner müssen sich auf ein sogenanntes »Direct Marketing Modell« einigen. Sprich: Der Publisher vermietet seine Werbeplätze gegen eine monatliche oder jährliche Gebühr auf der Webseite. Die Werbemittel des Advertisers werden direkt mit dem Zielshop verlinkt.

Das bedeutet natürlich viel Arbeit, aber letztendlich profitieren beide Parteien davon

 

https://www.affiliate-deals.de/magazin/bgh-urteil-bestaetigt–user-muessen-cookies-aktiv-zustimmen/

https://www.affiliateblog.de/ist-affiliate-marketing-wirklich-tot-eine-branche-wehrt-sich/

https://www.faktenkontor.de/corporate-social-media-blog-reputationzweinull/affiliate-marketing-das-ende-der-glaubwuerdigkeit-von-bloggern/

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